Im vorliegenden Fall fordert die SP Kloten, dass mindestens die Hälfte der zusätzlich entstehenden Wohnungen als preisgünstig ausgestaltet werden.
Diese Forderung basiert jedoch auf einer für die Berechnung nicht massgebenden Grundlage. Die zitierte Mehrausnützung von 5’204 m² ist planungsrechtlich nicht korrekt hergeleitet. 4’360 m² ist korrekt. Davon können jedoch lediglich 1’207 m² überhaupt der Wohnnutzung zugerechnet werden, da der überwiegende Rest auf den kantonal vorgeschriebenen Gewerbeanteil entfällt.
Wer unter diesen Voraussetzungen eigens kreierte Quoten für preisgünstigen Wohnraum verlangt, zeigt vor allem eine mangelnde Sorgfalt im Umgang mit Zahlen und widerspricht den eigenen SP-Schlagwörtern «Recht auf Wohnen» und «für alle statt für wenige» Klotener Einwohner.
Gleichzeitig wird ausgerechnet an einem hervorragend erschlossenen Standort mitten in Kloten ein wegweisender Nutzungsmix aus Wohnen und Arbeiten infrage gestellt. Dabei wird übersehen, dass gerade das Gewerbe an dieser Lage Arbeitsplätze sichert und zur Belebung des Zentrums beiträgt.
Besonders widersprüchlich ist die Argumentation vor dem Hintergrund der allgemeinen Wohnungsnot. Heute befinden sich auf dem Areal zwei Gewerbeliegenschaften und zwei Mehrfamilienhäuser. Das vorliegende Projekt würde Wohnraum für rund 124 Haushalte schaffen – ein Beitrag zur Entlastung des Klotener Wohnungsmarktes. Insbesondere sind bei den geplanten Familienwohnungen mit mehr als vier Zimmern flächeneffiziente, kompakte Grundrisse vorgesehen, weshalb der absolute Mietzins spürbar gesenkt würde. Das Projekt leistet ausserdem einen bedeutenden Beitrag an den öffentlichen Mehrwert, der über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht.
Die SP Kloten stellt damit – gewollt oder nicht gewollt – in diesem Perimeter eine angestrebte CO2-Neutralität der neu geplanten Wohnbauten auf den Prüfstand.
Die Erfahrung zeigt: Wohnungspolitik, die fast ausschliesslich auf zusätzliche Auflagen und Einsprachen setzt, bekämpft Symptome, nicht Ursachen. Bezahlbares Wohnen entsteht nicht durch Blockaden, sondern durch mehr Angebot. Wer tiefere Mieten will, muss das Bauen ermöglichen – gerade in Kloten, wo Infrastruktur und Erschliessung vorhanden sind und Wohnraum bitter benötigt wird.
Damit solche Projekte möglich bleiben, braucht es auch künftig bürgerliche Mehrheiten im Gemeinderat und im Stadtrat und einen bürgerlichen Stadtpräsidenten.