FDP.Die Liberalen
Kloten
Ortspartei Kloten
23.10.2018

Zentrum konsequent verdichten

Ist eine strategische Investition von 22 Millionen Franken in der Peripherie gerechtfertigt?

Die Oktober- und November-Sitzung des Gemeinderates wurden mangels spruchreifen Geschäften abgesagt. Das heisst aber nicht, dass die Gemeinderäte nichts zu tun hätten.

So gilt es, das Budget 2019 kritisch zu durchleuchten und die vom Stadtrat beantragte Steuersenkung von 2 Prozent zu prüfen. Im Weiteren befassen sich die Fraktionen mit dem Neubauprojekt der Asylbewerber-Kollektivunterkunft. Bei diesem Geschäft gilt es, anhand der Pläne über die Notwendigkeit, den Ausbaustandard
und die Kosten von 3,69 Millionen. Franken zu Handen der Volksabstimmung zu befinden.

Besonders vielschichtig ist die Entscheidungsfindung beim geplanten Landkauf der Stadt im Industriegebiet Steinacker. Dieses Geschäft weist nüchterne Fakten wie Kaufpreis und Fläche auf, ist aber massgeblich geprägt durch Visionen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten. Es birgt Chancen, aber auch Risiken. Was genau ist geplant? Ist die Dringlichkeit für eine solch hohe Ausgabe gegeben?

Diese Fragen wurden mir in den vergangenen Wochen mehrmals gestellt. Zweifellos, unbebautes Land ist in Kloten ein rares Gut geworden. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob dieser Umstand eine strategische Investition von 22 Millionen Franken in der Peripherie rechtfertigt. Die Stadt strebt mit dem Erwerb der letzten grossen Baulücke «Oberfeld» keine öffentliche Nutzung an, sondern möchte sich das Grundstück sichern, um die Planung des Gebietes aktiv beeinflussen zu können. Dass die Stadt dieses Land gewinnbringend weiterverkaufen kann, scheint mir fraglich. Der Kaufpreis von 1100 Franken pro Quadratmeter ist hinsichtlich der Altlastenbelastung als unberechenbar einzustufen. Auch ist es nicht gesichert, dass die angedachte Strategie zur Entwicklung des Industriegebietes in ein gemischt genutztes Gewerbe- und Wohngebiet greifen wird. Die Kosten sind das eine, aber wohin mit den Produktions- und Gewerbebetrieben, wenn sie durch die Durchmischung weiter unter Druck geraten? Abgesehen von meinen persönlichen Präferenzen, gilt es herauszufinden, welche Entwicklung Kloten und seinen Bewohnern guttut und einen Mehrwert schafft. Als Gemeinderätin ist es meine Aufgabe, dafür besorgt zu sein, dass unsere Steuergelder sorgsam und zweckdienlich eingesetzt werden.

Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass wir die bereits begonnene Verdichtung mit den schon beschlossenen und noch anstehenden Bauprojekten und Gestaltungsplänen konsequent umsetzen müssen. Kloten ist im Wandel und erhält ein neues Gesicht. Konzentrieren wir uns darauf, unsere Mittel dafür zu verwenden, die Infrastruktur und den öffentlichen Raum so anzupassen, dass Kloten weiterhin wohnlich und lebenswert bleibt. Dies sollten wir in erster Priorität im Zentrum und den bestehenden Wohnquartieren tun. Ich bin gespannt auf den Entscheid des Gemeinderates. Falls ich mit meiner kritischen Haltung unterliegen sollte, «jänu». Man kann nicht immer gewinnen, aber man darf seine Meinung haben und soll dafür einstehen. Genau dies ist mein Auftrag als Gemeinderätin von und für Kloten.

Irene Frischknecht,
Gemeinderätin FDP.Die Liberalen Kloten

Irene Frischknecht