FDP.Die Liberalen
Kloten
Ortspartei Kloten
22.04.2021

Nachhaltigkeit baut auf langfristige Planung

Das letzte gewichtige Geschäft, das wir im Gemeinderat verabschiedet haben, war die Gesamt- Energiestragie der Stadt Kloten. Diese wurde Parteiübergreifend erarbeitet als Gegenvorschlag zur Initiative für ein Nachhaltiges Kloten, welche Im November 2020 an der Urne abgelehnt wurde.

Mit der Energiestrategie 2050 verpflichtet sich die Stadt ihre eigene Infrastruktur, laufend den geforderten Standards anzupassen und nachhaltig mit den Ressourcen umzugehen, um bis 2050 Klimaneutral zu sein. Die Etappenziele dazu werden durch die Energiekommission festgelegt und überwacht. Daher sind Vertreter aller Parteien, des Stadtrats sowie Fachleute in dieser Kommission eingebunden.

Dass die Energiestrategie aber auch konkrete Auswirkungen auf die Privatpersonen und die ortsansässigen Betriebe hat und nicht nur für die öffentliche Hand verpflichtend ist, versteht sich von selbst. Auch Sie und ich müssen die beschlossenen Massnahmen als Klotener mittragen und umsetzen. Das heisst Sie werden als Eigenheimbesitzer, als Mieter, als Verkehrsteilnehmer oder als Gewerbetreibender, über kurz oder lang damit konfrontiert werden.

Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Sie Ihr Benzin- oder Dieselauto durch ein Strombetriebenes oder Hybrid- Fahrzeug ersetzen. Dies setzt die Stadt Kloten bei der Beschaffung Ihrer Fahrzeuge, nach Möglichkeit heute bereits um.  So wurden in den vergangenen Jahren für die Spitex ausschliesslich  elektifizierte Fahrzeuge beschafft.

Im Weiteren kann das bedeuten, dass beim Ersatz der Heizung, das bestehende Produkt mit einem umweltfreundlichen, nicht fossilen Energieträger weichen muss und Sie als Besitzer sich für eine Umrüstung bemühen müssen.

Der grösste Effekt und somit das grösste Einsparpotential an Co2 Emissionen, stellt jedoch der Wohnungsbau dar. Aktuell führt das dazu, dass bestehende Mehrfamilien-Häuser nicht mehr mit sanften, kosmetischen Maßnahmen saniert werden können, um die geforderten energetischen Standarts zu erfüllen. Grund dafür ist, dass sich bei diesen zum Teil 40, 50-jährigen Bauten, dies schlicht weg nicht rentabel oder gar nicht umsetzen lässt.

Die Auswirkungen davon, spüren und sehen wir bereits in vielen Quartieren von Kloten. Zahlreiche alte Häuser weichen grösseren, neuen Überbauungen. Dies zugunsten von zusätzlichem und eben nachhaltigem Wohnraum. Diese Neubauten tragen zu einem grossen Teil dazu bei, um das Ziel die Klimaneutralität bis 2050, mit den entsprechenden Massnahmen zu erreichen.

Ich bin mir bewusst, dass dies besonders für langjährige meist ältere Einwohner ein harter Schlag ist, wenn Sie dadurch von einer Wohnungskündigung betroffen sind.  Das konnten wir in den vergangenen Wochen so auch diversen Leserbriefen im Klotener Anzeiger entnehmen.  Dies ist unbestritten eine der Kehrseiten der Energiestrategie und ihren Massnahmen.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Gesamtenergiestrategie 2050 gerade durch die langfristige Ausrichtung und die gestaffelten Rahmenbedingungen am ehesten realisierbar und finanzierbar ist.  Und dies vor allem auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten!

Ob Sie geschätzte LeserInnen meine Meinung sind, oder ob Sie ein forscheres Tempo zum Erreichen der Klimaneutralität bis 2030 anstreben, erfahren wir spätestens an der Kommunalen Abstimmung vom Juni.

Bitte stimmen Sie ab, Sie müssen die Konsequenzen ja auch finanziell und aus Überzeugung mittragen.

Irene Frischknecht