FDP.Die Liberalen
Kloten
Ortspartei Kloten
13.08.2020

Leserbrief Wohnen für alle

Replik auf den Leserbrief von Christoph Fischbach vom 6. August 2020

Der SP-Gemeinderat Christoph Fischbach scheint in einer Welt zu leben, in welcher der Staat sämtlichen Bürgern ein Recht für eine grosse Mietwohnung zugesteht. Er spielt auch Eigenheimbesitzer gegen Geringverdienende aus, das ist unfair und nicht demokratisch.

Fakt ist, dass der Anteil an bezahlbaren Wohnungen in Kloten ausreichend ist. Dieser beträgt 41%, was im Kanton Zürich im Verhältnis eine sehr hohe Quote darstellt. Eine Herausforderung für Kloten ist, dass der steigenden Nachfrage nach Wohnraum (mit der Eröffnung von «THE CIRCLE» weist Kloten 40‘000 Arbeitsplätze auf) zu wenige Wohnungen gegenüberstehen. Auch in Bezug auf den CO2-Ausstoss macht es absolut Sinn, dass die Arbeitswege kurz bleiben, wenn ein Teil dieser Arbeitnehmer in Kloten wohnen können. Auch darum braucht es in Kloten mehr Wohnungen. Nur durch verdichtetes Bauen und durch den Abbau von Regulierungen können wir die dringend benötigte Verdichtung bewerkstelligen. Die Initiative verhindert nicht nur den Bau von mehr (bezahlbaren) Wohnungen, sondern arbeitet auch aktiv dagegen an: Sie führt einen Zwang ein, der die Stadt dazu zwingt, 25% günstigen Wohnraum zu schaffen. Sie verzerrt damit den Markt. Das Ergebnis: teurere und baufällige Bausubstanz.

Kloten ist mit seinen optimalen Verbindungen (mit dem ÖV, dem MIV, und in die Welt) und mit seinem breiten Dienstleistungsangebot bereits heute eine vorbildliche Stadt. Jedoch muss ein Grossteil der Bausubstanz aus den 60er und 70er Jahren auch erneuert werden, da diese ansonsten die Energie- und Lärmschutzziele nicht mehr erreichen. Dieser Herausforderung, weiterhin eine urbane Stadt mit einem grossen Anteil von bezahlbarem Wohnraum zu sein und zu bleiben, stellt sich die Stadt schon lange. Das beweist auch die jährlich hohe Zahl an Zuzügen, welche die Wegzüge (die von Anita Egg SP im KA vom 09.07.2020 fälschlicherweise ohne die Zuzüge erwähnt werden) saldomässig deutlich übersteigen. Für all das ist die vorliegende Initiative ein Hindernis. Deshalb sage ich am 27. September NEIN zu «Wohnen für Alle».

Marco Vollenweider, Gemeinderat FDP

Marco Vollenweider