FDP.Die Liberalen
Kloten
Ortspartei Kloten
17.06.2019

Ich werde es vermissen

Berufliche Gründe bewegen Beat Vorburger zum Rücktritt aus dem Gemeinderat. Der Entscheid dazu sei ihm schwer gefallen, sagt der FDP-Fraktionspräsident.

Beat Vorburger, 2011 für Christian Ferber in den Gemeinderat nachgerückt, ist kein Politiker der lauten Töne. Der ausgewiesene Finanzspezialist ist vielmehr einer der bestimmten Töne, der jeweils dezidiert und mit viel Sachverstand argumentierte. Die Liste seiner in den über acht Jahren eingereichten Vorstösse hingegen ist kurz. Es war gerade mal einer, fünf weitere hat er mitunterzeichnet. «Ich habe mich bewusst zurückgehalten», sagt Vorburger auf den doch speziellen Umstand angesprochen. Er sei ein Sachpolitiker. Wenn er sich für einen Vorstoss einsetze, dann müsse das Anliegen auch nachhaltig sein, also etwas bewegen.

Der Entscheid, aus dem Parlament zurückzutreten, ist dem FDP-Politiker nicht leicht gefallen, wie er auf Anfrage sagt. Doch letztlich müsse er Prioritäten setzen, zumal die beruflichen Herausforderungen und das zeitliche Engagement stets grösser würden. «Ich will meinen Job als Leiter Finanzen/Controlling richtig machen. Neben der Führungsverantwortung in der Privatwirtschaft wird es immer schwieriger, genügend Zeit für das politische Amt zu finden.» Denn die Sitzungen müssten gut vorbereitet werden, zudem gebe es Fraktionssitzungen und auch im Parteivorstand sei er eingebunden.

Dennoch: Die politische Arbeit habe ihm immer grosse Freude bereitet, sagt Vorburger weiter, betont jedoch: «Für mich muss aber auch meine Qualität bedingungslos stimmen». Sie zu gewährleisten sei in den vergangenen Monaten zusehends schwieriger geworden. «Hatte ich früher sieben Tage Zeit für einen Monatsabschluss, so sind es heute noch vier.» Zudem würden die Abschlüsse genau in die Termine der Gemeinderatssitzungen fallen.

Vorburger ist aber überzeugt, mit Philipp Alex Gehrig einen fähigen Nachfolger gefunden zu haben. Der 20-Jährige wiederum freut sich «sehr» auf seine neue Aufgabe im Gemeinderat, wie er auf Anfrage sagt. «Jetzt kann ich mich noch besser einbringen», betont Gehrig, der seit März 2019 Vizepräsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich ist. Gehrig studiert im letzten Semester Internationale Beziehungen an der Universität St. Gallen und arbeitet nebenbei im Softwarebereich.

Gemeinderat wird noch jünger

Die Verjüngung des Gemeinderates schreitet weiter voran. So wird ab August der 20-jährige Philipp Alex Gehrig (FDP) im Parlament Platz nehmen.

Der Trend setzt sich weiter fort: Nach den Gesamterneuerungswahlen 2018 schafften gleich fünf Kandidaten unter 27 Jahren den Sprung ins Parlament. Inzwischen ist das Parlament mit dem Rücktritt des 23-jährigen Ektoras Dokos von den Grünen und dem Einsitz der 39-jährigen Belinda Mastev zwar wieder etwas älter geworden, doch nun wird der freisinnige 20-jährige Philipp Alex Gehrig den Altersdurchschnitt wieder gehörig nach unten drücken. Er wird ab August den 41-jährigen Beat Vorburger ersetzen. Der FDP-Fraktionspräsident tritt nach achteinhalb Jahren aus beruflichen Gründen aus dem Parlament zurück. Nachfolger als Fraktionspräsident der FDP wird Andreas Keller. Dass auffallend viele Junge im Klotener Parlament sitzen, kommt nicht von ungefähr. Es ist vielmehr eine von den Klotener Parteien bewusst gewählte Strategie. So wurde der Nachwuchs über alle Parteien hinweg bewusst auf aussichtsreiche Listenplätze gesetzt.