FDP.Die Liberalen
Kloten
Ortspartei Kloten
30.01.2020

„Der bewegte Mann“ oder: Was mich bewegt.

«Diese Kraft kann ich nur noch bei Autobahneinfahrten so richtig ausnutzen.»

«Ich kann mich nicht auf ein Thema fokussieren, das ich für die nächste Ausgabe des ‹Klotener Anzeigers› schreiben soll», erwähnte ich gegenüber Irene Frischknecht, meiner FDP Vorstands- und Gemeinderatskollegin, nach der freitäglichen Mitgliederversammlung. Schreib doch, was dich politisch bewegt», meinte sie.

Okay, also: Mich bewegt der ÖV auf der Strecke nach Dietikon, meinem Arbeitsort. Ich schätze diese Fahrt, da sie mir die Möglichkeit gibt, mich mit Christoph Fischbach (SP Kloten) bis nach Altstetten zu unterhalten. Wir haben, logischerweise,
politisch das Heu nicht auf derselben Bühne. Und klar geben wir uns auch im Gemeinderat oder in den Leserbriefen immer mal wieder «Saures», aber das soll und darf so sein in einer Demokratie. Ebenfalls im Zugabteil dabei ist Irina Bannwart (CVP), die sich aktiv und engagiert in die Diskussion einbringt. Ich schätze diese Begegnungen, denn damit erhalte ich
bereits frühmorgens, losgelöst von politischen Sitzungen, Einblick in eine andersdenkende politische Welt.

Was bewegt mich noch? Ah ja, mein Auto. Unter der Woche brauche ich es aus oben genanntem Grund nicht, am Wochenende vielleicht zum Entsorgen, oder ich leihe es hin und wieder der Tochter meiner Lebenspartnerin Jessica aus. Ein Luxus. Ich muss Ihnen gestehen, ich fahre gerne schnelle Wagen. Diese Kraft kann ich nur noch bei Autobahneinfahrten so richtig ausnutzen. Diese paar Sekunden Beschleunigungsfreude stehen im Gegensatz zu einer Woche herumstehen. Das Alter und die gute ÖVAnbindung bringen es mit sich, dass man(n) sich nicht mehr nur über die Kraft und die Grösse des Autos freut, ich werde das Teil wohl bald verkaufen.

Was mich bewegt, ist auch, dass man(n) als weisser und ölkonsumierender Ü50-Mann, politisch rechts tätig und zusätzlich noch Bänkler, gemäss der kreischenden Klima- und Genderbewegung eh zu der Rasse gehört, die besser schon gestern als erst morgen ausgestorben sein sollte. Als Dinosaurier bin ich seit letztem Freitag aber froh, dass der Bezirksrat entschieden hat, dass das generische Maskulinum in Vorstössen niemanden ausgrenzt, gut so. Was haben wir für Probleme!

Was mich bewegt? Au ja, der Auftritt unseres Stadtpräsidenten René Huber und des Stadtrates Mark Wisskirchen an der Veranstaltung «Gespräche mit Ausblick». Gut, der Stapi führte gekonnt und sogar mit einer Prise Schalk durch den Abend. Was mich dann aber schon kitzelte, war seine Aussage, die geplante Fussgängerbrücke vom Circle Hügel ins Nirwana (so nenne ich den Platz, auf dem der Zirkus Salto Natale steht) sei vom Parlament abgelehnt worden. Ich war froh, dass neben mir andere Gemeinderäte sich verstört und leicht kopfschüttelnd angeschaut haben. Hallo? Hier hat das SR-Gremium
selbst den Stecker gezogen, mit der Begründung, dass es noch nicht Zeit sei. Da hat sich wohl eine kleine Betriebsblindheit in den Präsentationstext unseres Stapis eingeschlichen.

Ebenso bewegte mich die Aussage von Stadtrat Mark Wisskirchen, mit seinem leicht überheblichen Hinweis vor Firmeninhabern, dass die Stadt Kloten im Geld schwimme. Was gibt das für ein Zeichen ab! Marks Aussage an den Budgetdebatten, die FDP wertschätze die Verwaltung nicht, wenn sie Sparanträge stelle, wird so ad absurdum geführt. Ist ähnlich bewegend wie die Aussage von Regula Käser-Stöckli vor einigen Jahren, der Flughafen solle geflutet werden.
Ebenso bewegt mich die Antwort von Mark Wisskirchen auf einen Leserbrief in Bezug auf Alterswohnungen. Er schrieb, dass er gegenüber den älteren Personen in Kloten seit langem ein mulmiges Gefühl und ein schlechtes Gewissen habe. Nun ja,
Taten statt Worte, auch um die Menschen selbst hat sich die Fraktion der FDP immer gesorgt. In einem Vorstoss haben wir auch Fragen zur Thematik «altersgerechtes Wohnen» gestellt, damit wir vom Stadtrat brauchbare Antworten und hoffentlich nicht nur ein kollektiv schlechtes Gewissen erhalten, zugunsten der älteren Einwohner.

Peter Nabholz,
Gemeinderat der FDP