Seit einem Jahr darf ich die FDP-Fraktion im Klotener Gemeinderat präsidieren. Dieses Amt verstehe ich als Auftrag, Positionen zusammenzuführen und dort Akzente zu setzen, wo es für Kloten entscheidend ist. Gerade bei komplexen Themen zeigt sich, wie wichtig Klarheit, Verlässlichkeit und gemeinsame Ziele sind.
Während dieser Legislatur war die FDP in vielen Bereichen aktiv. Mit Vorstössen und politischen Impulsen haben wir Debatten angestossen und Lösungen eingefordert. Entscheidend war dabei nicht die Lautstärke, sondern die Konsequenz, mit der Themen über längere Zeit verfolgt wurden – insbesondere dort, wo die Auswirkungen für die Bevölkerung spürbar sind.
In dieser Zeitung war kürzlich zu lesen, dass es wegen einer Interpellation sogar zu Streit zwischen zwei bürgerlichen Parteien gekommen sei. Tatsächlich ging es darum, dass die FDP zentrale Fragen frühzeitig aufgenommen hatte, wie sie in meiner Interpellation und in meinem Postulat ausgeführt sind. Dass einzelne Themen kurz vor den Wahlen nochmals aufgegriffen werden, gehört zum politischen Alltag. Solche Vorstösse haben ihren Platz, sind aber erkennbar wahlmotiviert – während die inhaltliche Arbeit der FDP deutlich früher geleistet wurde.
Beim Thema Wohnen ist eine klare Differenzierung nötig. Die FDP setzt auf einen realistischen und angebotsorientierten Ansatz. Entscheidend ist, dass zusätzlicher Wohnraum realisiert werden kann. Mehr Angebot schafft langfristig Entlastung und mehr Auswahl. Politische Instrumente, die primär mit zusätzlichen Vorgaben, Quoten oder Einschränkungen arbeiten, führen in der Praxis häufig zu Verzögerungen und weniger realisiertem Wohnraum.
Gerade hier unterscheidet sich die FDP klar von den linken Parteien, allen voran der SP. Deren wohnpolitische Initiativen setzen konsequent auf fixe Quoten, zusätzliche Auflagen und eine immer stärkere politische Steuerung des Marktes. Was auf dem Papier sozial klingt, führt in der Praxis jedoch häufig zu weniger Projekten, längeren Verfahren und steigenden Kosten. Ein Blick nach Genf zeigt, wohin eine stark regulierte Wohnungspolitik führen kann: Trotz hoher Eingriffe bleiben die Preise hoch, der Markt verengt sich und der Zustand vieler Wohnungen leidet. Mehr Regulierung bedeutet nicht automatisch mehr bezahlbaren Wohnraum – oft ist das Gegenteil der Fall. Genau diesen Weg braucht Kloten nicht.
Innerhalb des bürgerlichen Lagers bestehen beim Wohnen unterschiedliche Zugänge. Mein Postulat – unter anderem zur quartierspezifischen Betrachtung sowie zur Prüfung eines Einheimischen-Bonus – wurde von der SVP nicht unterstützt, während meine Interpellation inhaltlich positiv aufgenommen wurde. Das zeigt: Es gibt unterschiedliche Positionen, die offen diskutiert werden. Entscheidend ist, dass Lösungen gefunden werden, die umsetzbar bleiben und den Wohnungsbau nicht blockieren.
Vor diesem Hintergrund hat die FDP früh auf einen strukturierten, faktenbasierten Prozess gesetzt. Bereits 2023 brachte die FDP-Fraktion zentrale wohnpolitische Fragestellungen ein. Daraus entstand die Begleitgruppe Wohnraumstrategie, welche die Wohnraumentwicklung gesamthaft und realistisch analysiert. Diese Arbeiten münden im März in eine breit abgestützte Wohnraumstrategie.
In den zentralen Fragen sind sich die bürgerlichen Parteien weitgehend einig und übernehmen gemeinsam Verantwortung. Dort, wo die Ansätze unterschiedlich sind, werden diese offen diskutiert – ohne die gemeinsame Handlungsfähigkeit zu blockieren. In der Praxis führt das meist zu lösungsorientierten Kompromissen, die für Kloten tragfähig sind.
Neu formieren sich linke und mitte-linke Kräfte offen als Wahlallianz – mit dem erklärten Ziel, die bürgerliche Mehrheit zu brechen. Das ist politisch legitim, macht die Ausgangslage aber klar: Gerade deshalb ist es entscheidend, dass die bürgerlichen Kräfte geschlossen auftreten.
Entscheidend ist eine starke FDP und eine bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat sowie ein bürgerlich geprägter Stadtrat mit einem bürgerlichen Stadtpräsidenten. Es nützt wenig, wenn im Parlament tragfähige Mehrheiten bestehen, die Exekutive jedoch anders zusammengesetzt ist – dann werden Geschäfte verzögert oder blockiert.
Darum braucht Kloten eine starke bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat und eine bürgerliche Exekutive, die Verantwortung übernimmt und umsetzt. Mit einer starken FDP-Fraktion und mit Roger Isler im Stadtrat steht Kloten für Kontinuität, Verlässlichkeit und lösungsorientierte Politik.
Deshalb braucht es bei den kommenden Wahlen ein klares Zeichen: bürgerlich wählen – im Gemeinderat, im Stadtrat und fürs Stadtpräsidium. Am liebsten mit einer starken FDP Kloten auf Liste 3.